Montag, 28. März 2011

Abrechnung - 1 Jahr Solar

Endlich konnte ich meine letztjährigen Amortisationsberechnungen meiner Solarzone - Anlage überprüfen. Außer den Ergebnissen, die auf dem Wärmemengenzähler bzw. Gasmeter abzulesen waren, musste noch der Heizaufwand in Relation zu den Klimadaten von 2010 gesetzt werden.

Diese Klimadaten zu bekommen, war gar nicht so leicht. So etwas wie den Heizspiegel gibt es in Österreich leider nicht. Erst durch Kontaktaufnahme mit dem zusändigen Amt des Landes Oberösterreich erfuhr ich:

  • Das Maß, welches ausdrückt, wie "kalt" ein Jahr bezüglich des Heizens ist, wird "Heizgradtage" (HGT) genannt.

  • Alle Luftmessstationen des Landes Oberösterreich erheben auch Klimadaten aus denen die HGT ermittelt werden können.

  • Die HGT für alle Messstationen finden sich gut "versteckt" in den Luftgüte-Jahresberichten des Landes Oberösterreich und werden im 1 Quartal eines jeden Jahres für das vergangene Jahr veröffentlicht. (Für 2010 leider noch nicht veröffentlicht - ich habe die Daten aber vorab zugeschickt bekommen).

  • Diese Berichte sind hier zu finden: http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/17711_DEU_HTML.htm und liegen als PDF - Dokumente vor (nach "HGT" suchen).

  • Ich nehme an, dass es für die anderen Bundesländer ähnliche Quellen gibt.

  • Die HGTs können je nach Messstation - auch bei geografischer Nähe - ziemlich unterschiedlich sein. Stadtnähe, Nebellage (Seehöhe, Flussnähe), etc. können hier einen erheblichen Einfluss haben. Man sollte also eine Station wählen, die sich nicht nur in der Nähe befindet, sondern auch eine ähnliche Lage aufweist. In meinem Fall habe ich die Werte von den zwei nächstgelegenen Stationen gemittelt.

  • Falls man eine Wetterstation mit Aufzeichnungsfunktion besitzt, sind die HGTs darauch auch leicht zu berechnen.

Die Gegenüberstellung der HGTs und des Gasverbrauchs der letzten Jahre ergibt folgendes Bild:



Die rote dicke Linie stellt den Verlauf der HGTs in den jeweiligen Gas-Abrechnungszeiträumen dar, die gründe dicke Linie den Gasverbrauch in kWh. Man sieht recht gut die Übereinstimmung zwischen HGT und Gasverbauch in den Jahren 2005 bis 2009. Erfreulich die Entwicklung im letzten Jahr seit Inbetriebnahme der Solaranlage: obwohl die HGTs nach oben gehen (letztes Jahr war wieder kälter als das Jahr zuvor), geht der Gasverbauch stark nach unten.


Die Werte im Detail: Solar-Ertrag 2010: 4,7 MWh (erwartet: 6 MWh ) Gas-Verbrauch absolut: -5,7 MWh (gegenüber 2009) Gas-Verbrauch relativ: -12,5 MWh (gegenüber der aufgrund der HGTs zu erwartenden Steigerung ) Bei einem Gesamt-Gasverbrauch von 38 MWh (2009) sind das ganz erhebliche Einsparungen.


Leider ist der reine Solarertrag hinter meinen Erwartungen geblieben. Zur Gesamteinsparung hat sicherlich zum einen Teil auch die optimierte Heizungsanlage (Rückschlagventile) und - ich denke: zu einem erheblichen Teil - die optimierte Warmwasseraufbereitung mit den 3 Schaltzeiten und der 35° - Begrenzung beigetragen.


Ich bin von einer Ersparnis von 550,- Euro pro Jahr ausgegangen (http://meinesolaranlage.blogspot.com/2010/01/die-solaranlage.html) um auf eine 10-jährige Amortisation zu kommen.


Nun, nach der heurigen Gasabrechnung wurden mir 650,- Euro gutgeschrieben. Das sollte eigentlich schon alles sagen.


Wenn man aber den Vergleich mit den HGTs hernimmt und 12,5 MWh = 12500 kWh * 0,064 Euro rechnet (Gaspreis 2010 mit allen Aufschlägen pro kWh ), dann kommt man sogar auf einen Betrag von 800 Euro.


Trotzdem: für 2011 werde ich noch versuchen, an der Solarertragsseite was zu verbessern, bzw. diese mit Warmwasserverbrauch und Sonnenstunden zu korrelieren, um zu sehen, ob der Wirkungsgrad der Solaranlage selbst in Ordnung ist.


1 Kommentar:

  1. Hallo. Das ist ein sehr interessanter Bericht und ein aktualisierter Bericht würde mich sehr intressieren. Ließen sich die Werte verbessern? Wir reinigen manchmal für Kunden (im Raum Norddeutschland) die Solaranlagen, da Staub und andere Verschmutzung ja auch die Effektivität so einer Anlage beeinträchtigen können. Dabei hören wir aber meist von guten Erfahrungen mit der Wirtschaftlichkeit der Anlage. Grüße aus Buxtehude.

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